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Unser aktueller Njuußlätter



Liebes Publikum,
 
TIEFE ist meistens da, wo man nicht so leicht hinkommt. Denken Sie zum Beispiel an Höhlenforscher oder Taucher. Oben ist es noch leicht, weiter unten wird’s dann immer schwieriger. Graben oder Bohren sind weitere Beispiele für zunehmende Mühsamkeit, je tiefer man gelangen will. Bei Tätigkeiten wie Massieren oder Psychologisieren ist es nicht viel anders. Tiefer ist besser, aber auch schwerer. Oder Entspannen. Tiefenentspannung ist mehr als Relaxen. Und was das Denken betrifft, ist sowieso klar, dass eine gewisse Tiefe zwar allgemein positiv beurteilt wird, aber gar nicht so leicht zu erreichen ist. TIEFE GEDANKEN sind jedenfalls schwerer zu denken als nicht so tiefe. Und doch gibt es immer wieder Leute, denen tiefe Gedanken gelingen! Es liegt wahrscheinlich an der Ausrüstung.

Dann gibt’s aber natürlich auch Dinge, bei denen es von vornherein ganz anders ist. MORAL zum Beispiel. Niemand muss sich besonders anstrengen, in moralische Tiefen vorzustoßen. Das geht sozusagen von selber. Man muss sich nur fallen lassen. Oder – um uns thematisch der CLOWNERIE anzunähern - HUMOR. Beim Humor wird WENIG Wert darauf gelegt, dass er TIEF ist. Wenn Sie eine Person LOBEN wollen, dann möglichst nicht mit den Worten, sie hätte einen wirklich TIEFEN HUMOR! Auch wenn Ihnen jemand einen Witz erzählt hat, sollten Sie nicht davon schwärmen, wie TIEF dieser Witz sei! Das kommt nicht gut an. Sie werden sich in langwierigen und komplizierten Erklärungen ergehen müssen, bis Sie wieder Boden unter die Füße bekommen.

Es liegt wahrscheinlich daran, dass das Wort HUMOR ursprünglich mit Körpersäften zu tun hat. Da ist TIEFE kein Maßstab. Da wird irgendwie anders gemessen. Nach Kriterien wie ZUSAMMENSETZUNG oder KOMPOSITION zum Beispiel. DICHTE, WÜRZE, SCHÄRFE, WÄRME, DYNAMIK, GESCHMACK, ÜBERRASCHUNG… Humor hat zwar SCHON AUCH etwas mit DENKEN zu tun, aber es kommt so vieles andere NOCH DAZU. Das ist mehr wie beim KOCHEN. Oder beim WEIN. OHNE Denken geht’s zwar nicht, aber Denken ALLEIN führt zu nichts. Jedenfalls nicht zu einer wirklich befriedigenden ERFAHRUNG.

Und doch GIBT ES Maßstäbe. Vor genau achtundneunzig Jahren kam der Film THE KID von Charly Chaplin in die Kinos. Der IST so ein Maßstab. Er hat eine stimmige KOMPOSITION, DICHTE, WÜRZE, SCHÄRFE, WÄRME, DYNAMIK, GESCHMACK, ÜBERRASCHUNG… Dieser Film ist da, wo man nicht so leicht hinkommt. Aber wo man gern hin MÖCHTE. Wo WIR gern hin möchten. Wir, die wir uns ernsthaft mit dem Unernsten und unernst mit dem Ernsthaften beschäftigen. Wir CLOWNS.

Wenn das in unserem Metier nicht so brisant zweideutig wäre, könnte man sogar sagen: THE KID hat TIEFE. Aber wir sagen es natürlich nicht. Wir sagen nur: schauen Sie sich diesen Film ruhig mal wieder an!
Und natürlich können Sie auch jederzeit auch BEI UNS vorbeischauen. Wir freuen uns!
 
Ihr THEATER OLÉ (hz)

P.S.: Vom 11. Bis 16. März gibt’s bei uns wieder einen Workshop für Leute, die sich gern einmal mit der Clownerie beschäftigen wollen. Mehr Infos unter www.zorellvondrak.at oder an: verena-hubertus.zorell@chello.at

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